Auf Spurensuche in Magdeburg

  • Strecke: 3 km
  • Dauer: ca. 4h
  • Beschaffenheit: Straße
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  • Autor(en): neue Schule Magdeburg

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der 7. Jahrgangsstufe der Neuen Schule Magdeburg haben wir uns fernab vom Mansfelder Land auf die Suche nach den Spuren Luthers und der Reformation gemacht. In Magdeburg führten unsere Wege vorbei an der Wallonerkirche, zur Johanniskirche, wo wir auf einen Nachtwächter trafen, über den Fürstenwall und die Möllenvogtei bis hin zum Dom – dem Zentrum des Luther-Gedenkens der Stadt.

Der erste Punkt unserer Exkursion ist die Wallonerkirche. Die Kirche gehörte zum Augustinerkloster, das Martin Luther 1516 im Auftrag seines Ordens besuchte. Hier predigte er am 24. Juni 1524. Als der Große Kurfürst Ende des 17. Jahrhunderts den reformierten Glaubensflüchtlingen aus der Wallonie Zuflucht bot, nutzten sie die Augustinerkirche, die seitdem Wallonerkirche heißt.

Im Anschluss begeben wir uns zur Johanniskirche in Magdeburg. Es handelt sich um die älteste Pfarrkirche Magdeburgs. Im Baustil der Romanik wurde sie 1131 errichtet.  Martin Luther predigte hier 1524 von der „wahren und falschen Gerechtigkeit”. Heute ist die Kirche ein Gedächtnisort für das Wirken des Reformators. Verdeutlicht wird dies u.a. durch das Denkmal für Martin Luther auf dem Vorplatz der Kirche. Errichtet wurde es 1886.

Danach besuchen wir den Fürstenwall. Es handelt sich dabei um eine Stadtbefestigung aus dem Mittelater, die sich nahe der Elbe befindet. Zwei der ehemaligen Wehrtürme sind heute noch erhalten. Der Fürstenwall ist eine der ersten öffentlichen Promenaden, die um 1720 durch die Initiative Fürst Leopold von Anhalt-Dessau entstand. Es wir vermutet, dass schon Martin Luther an diesem Ort war. In der Nähe des Fürstenwalls befand sich die Unterkunft der „Brüder vom Gemeinsamen Leben“, bei denen der 14-jährige Luther zur Schule ging.

Genau wie wir ist Martin Luther auch in Magdeburg zur Schule gegangen. Wir spürten also den Ort auf an dem sich seine Schule befand–die heutige Möllenvogtei. Hier hat er von 1497 bis 1498 die Schule “Brüder vom gemeinsamen Leben” besucht. Später ging aus dieser Schule das ökumenische Domgymnasium hervor.  Gemeinsam haben wir uns vorgestellt wie die Schule von innen ausgesehen haben könnte.

Als Abschluss unserer Tagestour besichtigen wir den Magdeburger Dom – einen der größten Kirchenbauten Deutschlands. Hier machen wir uns auf die Suche nach dem sogenannten Tetzelkasten. Der Dominikanermönch Johannes Tetzel verkündete 1517 im Auftrag Kardinal Albrechts den Petersablass zum Bau der Papstkirche in Rom. Er kassierte nach dem Motto „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Die Auswüchse des Geschäfts mit dem Seelenheil hatte Luther zu seiner Kritik an der römischen Kirche gebracht.

Vielen Dank an die Schülerinnen und Schüler sowie an die betreuenden Lehrerinnen der 7. Klasse der neuen Schule Magdeburg.