Von sagenumwobenen Wesen und bedeutungsvollen Zeichen

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der 7. Jahrgangsstufe der Dürerschule Merseburg haben wir uns fernab vom Mansfelder Land auf die Suche nach den Spuren Luthers gemacht. In Merseburg führten unsere Wege an Rosen, Brunnen und sagenumwobenen Wesen vorbei bis hin zum Dom – dem Zentrum des Luther-Gedenkens der Stadt.

Unser erstes Ausflugsziel ist der Rosengarten in direkter Nähe zum Unteren Gotthardsteich. Dort kann man an warmen Tagen sehr schöne Picknickpausen machen. Da wir jedoch erst am Beginn unserer Tour sind, zieht es uns gleich weiter.

Wir unterqueren die Bahnschienen und gelangen zum Vorderen Gotthardteich.

Hier gibt es einen Verleih für Tretboote, mit denen man eine Runde auf dem See fahren kann und ein Planetarium, in dem sich gleichzeitig auch ein Chinarestaurant befindet.

Nachdem wir diesen Flecken Natur in der Stadt genossen haben, gehen wir weiter Richtung Stadt und legen einen Stopp an dem Eiscafé „Fresco Gelato“ ein, das sehr beliebt ist, weil hier das Eis noch selbst hergestellt wird.

Anschließend gehen wir zur Kirche „St. Maximi“. Diese wurde im 10. Jahrhundert gegründet. Seit 1543 ist sie evangelische Stadtpfarrkirche. Ein neugotischer Turm wurde zwischen 1867-72 angebaut. Diese Kirche ist mit 74m das höchste Gebäude dieser Stadt. Hier hat Martin Luther zwei Predigten gehalten. Leider kann der Innenraum der Kirche zurzeit nicht besichtigt werden, da dieser gerade renoviert wird (Stand Sommer 2014).

Auf dem Platz vor der Kirche befindet sich der Zwei-Welten-Brunnen, er besteht aus zwei miteinander verschlungenen Röhren, aus denen Wasser sprudelt. Eine Röhre steht für die Natur, die andere symbolisiert die Zivilisation. Die zahlreichen Brunnenverzierungen sollen an die Stadtgeschichte erinnern. So darf natürlich ein Bildnis Luthers nicht fehlen – eine Innschrift erinnert an das Jahr 1527 – in diesem Jahr wurden Schriften Luthers auf dem Domplatz verbrannt.

Ein Stück weiter kommen wir an einem Brunnen vorbei auf dem eine seltsame Gestalt sitzt. Nach einer Sage ist dies der Saaleaffe. Vor langer Zeit soll in der Saale eine gruselige Gestalt gewohnt haben, mit langen zerzausten Haaren und stets von der Saale triefend nasser Kleidung. Dieser böse Geist forderte jedes Jahr am Johannistag ein Menschenleben. Viele Menschen vermeiden noch heute am Johannistag zu baden oder mit dem Boot auf der Saale zu fahren.

In der Burgstraße nahe dem Markt befindet sich das Alte Rathaus. Der nördliche Teil wurde 1478 über älteren Resten neu erbaut. 1561-1568 erweiterte Nickel Hoffmann den südlichen Teil in Renaissanceform. Bemerkenswert sind die zahlreichen Bischofswappen an der Rathausfassade. Erst 1692 kam als Letztes das Stadtwappen dazu.

Wir gehen weiter Richtung Dom durch das Krumme Tor, das ehemalige Burgtor zur Stadt. Es wurde 1430 errichtet und war das äußere Tor von insgesamt 3 Mauerringen der mittelalterlichen Domburg. Der Torbogen wurde 1822 abgebrochen, wurde aber 66 Jahre später wieder aufgebaut.

Endlich erreichen wir den Dom – wahrhaftig eine beeindruckende Touristenattraktion. Jedes Jahr kommen viele Menschen hierher, weil es ein historisch bedeutender Ort ist. Durch eine reichlich verzierte Tür gelangen wir in den Innenraum und können dort Folgendes herausfinden: Seit der Gründung des Bistums Merseburg im Jahre 968 durch König Otto I bis zur Reformationszeit war Merseburg ein bedeutendes religiöses Zentrum. Der Dom, der ursprünglich katholisch war, wurde nach dem Tod des katholischen Bischofs Sigismund von Lindenau evangelisch. Georg von Anhalt übernahm alle Aufgaben und wurde somit erster evangelischer Bischof von Merseburg. Martin Luther ordinierte ihn persönlich im Merseburger Dom im Jahre 1545. Außerdem predigte Martin Luther hier noch an zwei weiteren Tagen. Die Kanzel, auf der er stand ist noch heute vorhanden. Diese ist unter anderem mit Maria verziert, die Jesus im Arm hält.

Eine Folge der Reformation ist die Entfernung der Lettner im Jahr 1588. Diese trennten die armen Bürger von dem Kirchenklerus, die Laien von der Geistlichkeit. An den Wänden sind noch Reste von alten Wandbildern zu sehen.

Auf dem Domplatz fiel uns auf dem Boden ein Gabelabdruck ins Auge. Die Herkunft des Gabelabdrucks, kann man wohl mit folgender Sage erklären. Einmal saßen die Prinzessin und der König gemeinsam beim Mittag – die Prinzessin mäkelte am Essen herum, so dass der König die Beherrschung verlor und sie zum Essen zwingen wollte. Die Prinzessin geriet so außer sich, dass sie in ihrem Wutausbruch die Gabel nach ihrem Vater warf. Allerdings traf sie nicht – die Gabel flog aus dem Fenster auf den Domplatz, wo sie von der Wucht des Aufpralls einen Abdruck im Stein hinterließ.

Danach schlendern wir durch den Schlossgarten, wo wir auf eine Skulptur von Friedrich Wilhelm den III. und den Schlossgartensalon treffen, vor dem sich ein Springbrunnen befindet. Zum Abschluss genießen wir den Ausblick über die Saale. Hier endete unser kleiner Rundgang durch die Stadt Merseburg.

Vielen Dank an die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7a und 7b der Dürerschule Merseburg und den betreuenden Lehrerinnen Frau Pietsch und Frau Kramer.